Die Geschichte der christlichen Erweckungsbewegung: Wie gemeinsames Gebet Amerika veränderte
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Eine Nation im moralischen und geistlichen Niedergang
Erweckungsbewegungen in der Geschichte begannen oft dann, wenn moralischer Niedergang auf anhaltendes, gemeinsames Gebet traf. In unseren täglichen Betrachtungen der Heiligen Schrift denken wir darüber nach, wie Erweckungen im Laufe der Geschichte ihren Anfang nahmen. Trotz der Erweckungsbewegung vor der Amerikanischen Revolution folgte Anfang des 19. Jahrhunderts ein moralischer Niedergang. Nach den historischen Aufzeichnungen von J. Edwin Orr war diese Zeit geprägt von weit verbreiteter Trunksucht, Gotteslästerung, öffentlicher Unruhe und Angst im Alltag.
Der geistliche Niedergang in amerikanischen Kirchen und Hochschulen
In ganz Amerika schwächten sich auch viele Kirchen ab. Orr fasste diese Zeit zusammen, indem er feststellte, dass die Methodisten mehr Mitglieder verloren als sie gewannen, die Baptisten bezeichneten sie als ihre „kälteste Zeit“, und die Presbyterianer beklagten auf ihrer Generalversammlung die Gottlosigkeit der Nation. Voltaire behauptete – und Tom Paine schloss sich ihm an –, „das Christentum wird in dreißig Jahren vergessen sein“.
Die gleiche geistliche Schwäche zeigte sich auch an den Liberal-Arts-Colleges jener Zeit. Orr berichtete, dass eine Umfrage in Harvard ergab, dass sich unter der gesamten Studentenschaft kein einziger Gläubiger befand. Eine Umfrage in Princeton, einem weitaus evangelikaler geprägten Ort, ergab Berichten zufolge nur zwei Gläubige und lediglich fünf Studenten, die nicht der damaligen „Filthy-Speech“-Bewegung angehörten.
Die Feindseligkeit auf dem Campus zeigte sich auch in öffentlichen Aktionen, darunter Ausschreitungen, eine Scheinkommunion am Williams College und die Verbrennung einer Bibel, die aus einer örtlichen presbyterianischen Kirche in New Jersey entwendet worden war.
Christen waren in den 1790er Jahren auf dem Campus so selten, dass sie sich heimlich trafen und ihre Protokolle in Geheimschrift verfassten. Der Kirchenhistoriker Kenneth Scott Latourette schrieb später: „Es schien, als stünde das Christentum kurz davor, aus den Angelegenheiten der Menschen verdrängt zu werden.“
In dieser Atmosphäre des Niedergangs und der Entmutigung begann still und leise die Reaktion, die die Nation veränderte: Gläubige versammelten sich zum Gebet.
Die Kraft des gemeinsamen Gebets: Der Wendepunkt
Der Wendepunkt war kein Programm, keine Persönlichkeit und keine öffentliche Kampagne, sondern ein Gebetskonzert, das im September 1857 begann. Jeremiah Lanphier, ein betender christlicher Geschäftsmann, initiierte ein Mittagsgebetstreffen in Manhattan, New York City. Zunächst kamen nur sechs Menschen, doch aus der Versammlung wurde bald ein tägliches Gebet, das sich über die ganze Stadt ausbreitete und Tausende anzog.
Bald breitete sich eine Gebetswelle aus, die abends auch in die Kirchen übergriff. Viele Menschen begannen, sich zu bekehren; einigen Berichten zufolge gab es allein in New York City zehntausend Bekehrungen pro Woche.
Die Bewegung breitete sich in ganz Neuengland aus, wo Kirchenglocken die Menschen um 8:00 Uhr, mittags und um 18:00 Uhr zum Gebet riefen. Als die Erweckungsbewegung Chicago erreichte, begann ein junger Schuhverkäufer namens Dwight Lyman Moody, Straßenjungen zu unterrichten, was den Beginn seines vierzigjährigen Dienstes markierte.
Die weltweite Wirkung des Zweiten Großen Erwachens
Die Auswirkungen waren weitreichend. Innerhalb eines Jahres bekehrten sich über eine Million Menschen zu Gott – bei einer Bevölkerung von dreißig Millionen.
Dieselbe Erweckungsbewegung überquerte den Atlantik und breitete sich in Ulster, Irland, Schottland, Wales, England, Teilen Europas, Südafrika und Südindien aus. Ihre Wirkung hielt durch eine Gebetsbewegung eine ganze Generation lang an.
Die Lehre daraus ist klar: Wenn sich Gottes Volk von der Verzweiflung abwendet und sich im gemeinsamen Gebet vereint, kann sich eine Erweckung von einem einzigen Raum auf ganze Nationen ausbreiten.
Anmerkung zur Primärquelle: J. Edwin Orr, Persönliche Notizen. Von Keith Thomas
Wie man dies heute anwenden kann: Von der Verzweiflung zum Gebet
Es ist leicht, die Welt um uns herum heute zu betrachten und sich durch den moralischen Verfall entmutigt zu fühlen, ähnlich wie es den Gläubigen in den frühen 1800er Jahren erging.
Diese Geschichte lehrt uns jedoch, dass Verzweiflung die falsche Reaktion ist – Gebet ist die richtige.
So können Sie diese Betrachtung diese Woche praktisch in Ihrem Leben umsetzen:
Verlagern Sie Ihren Fokus von den Nachrichten auf den geheimen Ort: Wenn Sie sich von öffentlichen Unruhen oder sich wandelnden kulturellen Werten überwältigt fühlen, lassen Sie diese Angst als Anstoß zum Beten dienen. Anstatt sich Sorgen zu machen, verbringen Sie 5 Minuten damit, für Ihre Gemeinschaft Fürbitte zu leisten.
Fang klein an, genau wie Lanphier: Jeremiah Lanphier begann ein Gebetstreffen mit nur sechs Menschen. Du brauchst keine riesige Menschenmenge, um eine Bewegung zu starten. Finde ein oder zwei gleichgesinnte Freunde, Nachbarn oder Kollegen und verpflichte dich, regelmäßig gemeinsam zu beten – auch wenn es nur einmal pro Woche für 15 Minuten in der Mittagspause ist.
Bleibt beharrlich in eurer Routine: Die Gemeinden in Neuengland nutzten ihren Tagesrhythmus (8:00 Uhr, 12:00 Uhr und 18:00 Uhr), um ihre Gebete zu verankern. Stellt euch auf eurem Handy einen täglichen Alarm ein, um mittags 60 Sekunden innezuhalten und einfach für geistliche Erweckung in eurem Land, eurer Ortsgemeinde und eurer Familie zu beten.
Setzt eure geistliche Reise fort…
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