Jesus heilt den Mann mit Wassersucht: Eine Lektion in Mitgefühl vs. Tradition
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In unserer fortlaufenden Studie über die übernatürlichen Taten des Herrn Jesus kommen wir zu einem eindrucksvollen Moment der Konfrontation und des Mitgefühls in Lukas 14,1-6. Heute konzentrieren wir uns auf die Heilung des Mannes mit Wassersucht (heute Ödem) durch Jesus. Diese Begebenheit spielt sich zwar während eines ruhigen Sabbatmahls ab, offenbart jedoch eine tiefe Spannung zwischen kalter religiöser Tradition und dem Herzen Gottes. Wenn wir dieses Wunder betrachten, sehen wir, wie Christus das menschliche Leben und die Barmherzigkeit über die Fallen seiner Kritiker stellt.
1An einem Sabbat, als Jesus zum Essen in das Haus eines prominenten Pharisäers ging, wurde er aufmerksam beobachtet. 2Vor ihm saß ein Mann, der an Wassersucht litt. 3Jesus fragte die Pharisäer und Gesetzesgelehrten: „Ist es erlaubt, am Sabbat zu heilen oder nicht?“ 4Aber sie schwiegen. Da nahm er den Mann, heilte ihn und schickte ihn weg. 5Dann fragte er sie: „Wenn einer von euch einen Sohn oder einen Ochsen hat, der am Sabbat in eine Grube fällt, wird er ihn dann nicht sofort herausziehen?“ 6Und sie hatten nichts zu sagen (Lukas 14,1-6).
Die Situation: Ein Sabbatmahl und ein heimlicher Hinterhalt
Lukas berichtet uns, dass Jesus zu einem „angesehenen Pharisäer“ zum Essen eingeladen war. Obwohl die Pharisäer allgemein dafür bekannt waren, dass sie Christus ablehnten, pflegte Jesus dennoch den Umgang mit ihnen bei einem Mahl. Der griechische Begriff, der mit „aufmerksam beobachtet“ übersetzt wird, deutet darauf hin, dass sie heimlich aus den Augenwinkeln beobachteten, möglicherweise um Jesus bei einer Verfehlung zu ertappen. Da es Sabbat war, könnte dies eine Falle gewesen sein, um ihn wegen seiner Heilung zu diskreditieren – eine Handlung, die ihrer Meinung nach an diesem Tag unterlassen werden sollte.
Wassersucht verstehen: Der Mann, der in seinem eigenen Körper „ertrank“
Betrachten wir das Leben und Leiden des Mannes mit Wassersucht, heute bekannt als Ödem. Diese Erkrankung verursacht Schwellungen der Körperteile aufgrund von Flüssigkeitsansammlungen, wodurch sie grotesk vergrößert erscheinen. In gewisser Weise ertrank er in seiner eigenen Körperflüssigkeit. Ödeme sind oft die Folge von Herz-, Nieren- oder Leberversagen. Angesichts seines Zustands stand er kurz vor dem Tod. Lukas gibt nicht an, welche Körperteile geschwollen waren, aber es war für alle Anwesenden offensichtlich. Wenn seine Beine geschwollen waren, hatte er Schwierigkeiten beim Gehen oder Stehen. Die religiöse Menge zeigte keine Sorge um ihn; sie sahen in ihm nur ein Mittel, um Jesus in eine Falle zu locken. Jesus spürte, dass eine Falle auf ihn wartete. Der kranke Mann war nur ein Köder in der Falle der Pharisäer. Die religiösen Führer glaubten im Allgemeinen, dass das Leiden und die Armut der Armen Strafen Gottes waren.
Das Herz Christi war voller Mitgefühl für den Mann. Er blieb standhaft in seinem Grundsatz, dass die Menschen an erster Stelle stehen, und betonte, wie wertvoll sie für Jesus sind. Wie würde er reagieren? Es wurde still im Raum, als Jesus auf ihre Herausforderung antwortete. Die Pharisäer vertraten die Ansicht, dass es nur dann erlaubt sei, jemandem am Sabbat zu helfen, wenn dessen Leben in Gefahr sei.
Ist es rechtmäßig zu heilen? Die religiöse Gleichgültigkeit herausfordern
Jesus lenkte die Aufmerksamkeit von sich selbst auf die Pharisäer und Gesetzeslehrer, die ihn beobachteten. Er hat eine Art, Fragen zu stellen, die die wahren Gefühle einer Person offenbaren. Er sah sie an und fragte: „Ist es rechtmäßig, am Sabbat zu heilen, oder nicht?“ (V. 3). Das griechische Wort für „rechtmäßig“ bedeutet „autorisiert“, „erlaubt“ oder „angemessen“. Jesus stellte nicht die Frage, ob es nach dem Gesetz Moses legal war; er fragte sie nach ihrer Meinung darüber, was angemessen sei. Diese Frage traf sie unvorbereitet, und sie waren sich nicht sicher, wie sie antworten sollten. Wenn sie die Heilung dieses verzweifelt bedürftigen Mannes am Sabbat verurteilten, würde ihre Verhärtung des Herzens offenbart werden, aber sie wollten Christus auch nicht daran hindern, am Sabbat zu heilen, da sie dachten, sie hätten ihn in die Falle gelockt.
Sie erkannten, dass die Schrift keine Barmherzigkeit am Sabbat verbietet.
4Aber sie schwiegen. Da nahm er den Mann, heilte ihn und schickte ihn weg. 5Dann fragte er sie: „Wenn einer von euch einen Sohn oder einen Ochsen hat, der am Sabbat in einen Brunnen fällt, wird er ihn dann nicht sofort herausziehen?“ 6Und sie hatten nichts zu sagen (Lukas 14,4-6).
Die Rettung: Warum Barmherzigkeit wichtiger ist als Rituale
Jesus appellierte an ihren gesunden Menschenverstand, indem er zunächst auf ihre wirtschaftlichen Bedenken einging. Er fragte sie, ob sie nicht ihre Ochsen retten würden, wenn diese beim Pflügen in einen Brunnen fallen und ertrinken würden, was bedeuten würde, dass sie einen neuen Ochsen kaufen müssten, um den ertrunkenen zu ersetzen. Dann führte er sein Argument weiter aus: Wenn ihr Sohn in einen Brunnen fallen und ertrinken würde, würden sie dann nicht alles tun, um ihn zu retten? Der Mann vor ihnen ertrank in seiner Flüssigkeit, und er war jemandes Sohn. Sollte dieser Sohn nicht vor dem Ertrinken gerettet werden? Der Abschnitt endet damit, dass Lukas feststellt, dass sie keine Antwort hatten. Dies zeigt, wie kaltherzig und gleichgültig falsche Religion sein kann. Gott, bitte befreie uns von einer solchen Gleichgültigkeit gegenüber den Nöten um uns herum.
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